Fluchtrucksack – alles was Du zum Überleben brauchst

Hier findest Du alles wichtige zum Thema Fluchtrucksack. Viele Menschen fürchten die baldige Apokalypse und sogar die deutsche Bundesregierung rät Ihren Bürgern im jüngst vorgestellten Zivilschutzkonzept dazu Notvorräte anzulegen und sich auf eine mögliche Katastrophe vorzubereiten.

Hamsterkäufe sind nur eine Seite der Medaille und funktionieren recht gut wenn Du bei einer Katastrophe zuhause bleiben kannst. Ansonsten rate ich aber zu einem gut gefüllten Fluchtrucksack.

fluchtrucksack needed

When the shit hits the fan

Egal wie man zu dem Thema steht, die Bedrohungen sind real. Die Zeitungen sind voll von Terroranschlägen, Naturkatastrophen und anderen Desastern. Ein immer griffbereit gepackter Fluchtrucksack kann dabei helfen nachts ein wenig besser zu schlafen. Die Bedrohungs-Szenarien könnten zum Beispiel sein:

  • Unwetterkatastrophen
  • Schneekatastrophen
  • Überschwemmungen
  • Chemische, biologische und nukleare Angriffe
  • Ausfall der Stromversorgung
  • Terrorangriffe
  • Brände
  • Bürgerkrieg
  • Regierungskrise
  • Probleme bei der Nahrungsmittel- oder Treibstoffversorgung
  • Angriff einer feindlichen Armee

Die Amerikaner sind beim Thema Fluchtrucksack und Survival schon viel weiter als die Europäer. Dort hat sich mittlerweile eine Subkultur der Prepper entwickelt, welche sich bestmöglich auf den sogenannten „Doomsday“ (Deutsch: Tag des jüngsten Gerichts bzw. Ende der Welt) vorbereiten. Dies ist in der Sprache der Prepper der Tag, an dem der „shit hits the fan“. Für diese Zeitgenossen kann die Apokalypse also gerne kommen, denn die Jungs sind gut gerüstet.

Ein gut gefüllter Fluchtrucksack beinhaltet alles was Du brauchst wenn es draußen hart her geht. Alles in diesen „Notfallrucksack“ sollte auf das Überleben des Trägers optimiert sein. Der elektrische Rasierer oder die Bierdose sollten also zuhause bleiben. Falls eine kühle Dose Pilsener jedoch für Dich überlebenswichtig ist, dann kannst Du Dich über diese Regel hinwegsetzen.

Die Fluchtrucksack-Experten im Netz diskutieren teils heftig, was denn in einen ordentlichen Survivalrucksack gehört. Manchmal wundere ich mich über die sehr emotionalen Auseinandersetzungen. Alles wegen einem Rucksack und ein paar Werkzeugen? Die meisten Prepper sind der Meinung dass nur das wirklich Essenzielle in einen Fluchtrucksack gehört. Viele sprechen über einen „72h-Bag“, mit dem man drei Tage lang autonom überleben kann. Neben dem Begriff „Fluchtrucksack“ haben sich noch folgende Synonyme bzw. Bezeichnungen etabliert:

  • Notfallrucksack
  • Überlebensrucksack
  • Bug Out Bag
  • Krisenrucksack
  • Survival-Rucksack
  • Katastrophen-Rucksack

 

Die ultimative Packliste/Checkliste für Deinen Fluchtrucksack

Wärme und Erhitzen

  • Standard-Feuerzeuge
  • Sturm-Streichhölzer
  • Sturmfeuerzeug
  • Feuerstein
  • Mini-Ofen
  • Rettungsdecke

Obdach/Schlafplatz

  • Zelt
  • Schlaf-Hängematte
  • Outdoor-Plane
  • Isomatte
  • Sommer-Schlafsack
  • Daunen-Schlafsack
  • Luftmatraze
  • Biwaksack

Wasser

  • Wasserdesinfektions-Tabletten
  • Trinkflasche
  • Plastik-Wasserflaschen
  • Outdoor-Wasserfilter
  • Life-Straw oder Sawyer Mini Kleinwasserfilter
  • Metallbecher
  • Trinksystem für Überlebensrucksäcke
  • Nottrinkwasser (optional)

Essen und Kochen

  • Energieriegel
  • Eiweißriegel
  • Ready-to-Eat-Meals (z.B. Bundeswehr EPA)
  • Proteinpulver
  • Trockenfleisch
  • BP-5 oder NRG-5 Notnahrung
  • Dosengerichte inkl. Dosenöffner (Thunfisch, Ravioli, etc.)
  • Traubenzucker
  • Vitamine
  • Aluminium-Folie
  • Kochgeschirr
  • Kochbesteck
  • Campingkocher mit/ohne Gaskartusche

Medizin/Hygiene/Gesundheit

  • Erste-Hilfe Set
  • Toilettenpapier (optional)
  • Anti-Mücken-Spray
  • Zahnbürste (optional)
  • Antibiotika
  • Rasierer (optional)
  • Wundantiseptikum
  • Antiallergikum (falls medizinisch notwendig)
  • Desinfektionsmittel
  • Seife (optional)
  • Aspirin (optional)

Kleidung

  • Regenponcho
  • Kampfstiefel
  • Wasserdichte Socken
  • Heizbare Socken
  • Winter-Handschuhe
  • Einsatzhandschuhe
  • Gamaschen
  • T-Shirts
  • Bandanas
  • Socken
  • Kurze Hose
  • Thermo-Unterwäsche
  • Sonnebrille
  • Jacke

Werkzeuge/Waffen

  • Gewehr
  • Pistole
  • Multifunktions-Tool
  • Axt
  • Machete
  • Jagdbogen
  • Überlebensmesser
  • Steinschleuder

Selbstverteidigung/Schutz

  • Pfefferspray
  • Stichschutzweste

Survival-Equipment

  • Karabinerhaken
  • Panzer-Tape
  • Schnur
  • Kletterseil
  • Angelschnur
  • Angelhaken
  • Survival-Paracord
  • Schaufel
  • Handsäge

Lichtquellen

  • Knicklichter
  • Taschenlampe (aufladbar)
  • Kopflampe
  • Kerzen

Kommunikationsgeräte

  • Radio (solarbetrieben)
  • Outdoor-Handy
  • Outdoor-Tablet
  • GPS-Gerät
  • Trillerpfeife
  • Walkie-Talkie/Funkgerät
  • Satellitentelefon

Tech-Gadgets

  • GPS Handnavigationssystem (Papier-Landkarte und Oldschool-Kompass trotzdem nicht vergessen)
  • Nachtsichtgerät
  • Fernglas
  • Wärmebildkamera
  • Taktische Uhr
  • Mobile Solarzelle

Diverses

  • Müllsäcke
  • Bargeld
  • Gold, Silber oder Zigaretten
  • Gasmaske
  • Signalspiegel
  • Magnesium-Tabletten
  • Handwärmer
  • Buch mit Survival-Tipps
  • Medizinische Handschuhe
  • Wasserdichte Notdokument-Tasche
    • Bankkarten und Kreditkarten
    • Kopie der wichtigsten Ausweise und Führerscheine
    • USB-Stick mit den wichtigsten Dokumenten und Daten

Survival-Rucksack

 

fluchtrucksack militär rucksäcke

  1. Condor 3-Day Assault Pack (€)
  2. 5.11 Rush 72 (€)
  3. Camelbak Motherlode (€)

Der mit Abstand wichtigste Gegenstand beim Fluchtrucksack ist ganz klar der Rucksack selbst. Ich empfehle hochwertige Survival- oder Militärrucksäcke. Diese sind widerstandsfähiger und solider verarbeitet als gewöhnliche Trekking- oder Wanderrucksäcke. Zudem wurden sie im anspruchsvollen Militäreinsatz oft über Jahre getestet und werden von Profis eingesetzt. Das Letzte was Du auf der Flucht brauchst ist dass Dir Dein Rucksack an einem Ast hängen bleibt und reißt. Und der lebenswichtige Inhalt dann auf dem Waldboden verstreut liegt.

Es ist sehr wichtig, dass Du einen sehr hochwertigen Militärrucksack kaufst. Damit steht und fällt alles. Sollte Dir der Preis für die besseren Modelle zu hoch sein kannst Du auch auf ebay.de nach einem gebrauchten Modell schauen. Neben der hohen Widerstandsfähigkeit spricht auch der Faktor Komfort für einen hochwertigen Rucksack. Das merkst Du vor allem wenn Du lange Märsche absolvierst und Dir die Trageriemen in die Schultern schneiden. Ein guter Camelbak zum Beispiel hat sehr gute Polster-Tragegurte und einen gut ausbalancierten Schwerpunkt.

 

Kaufe den Rucksack als Letztes!

Der Rucksack ist zwar der wichtigste Fluchtrucksack-Gegenstand, jedoch darfst Du diesen nicht als allererstes kaufen. Definiere zuerst für was Du den Rucksack brauchst und kaufe Dir dann die Ausrüstung. Erst wenn Du weißt wieviel in den Rucksack hinein muss solltest Du dann losziehen und einen passenden Rucksack kaufen. Stell Dir vor Du hast einen super Rucksack für teures Geld gekauft aber es stellt sich am Ende heraus dass er zu klein ist. Das wäre blöd.

 

Wie groß soll/muss der Rucksack sein?

Auch hier streiten sich die Survival-Experten. Viele raten zu einem kleineren Rucksack. Ich finde es jedoch besser einen größeren Rucksack zu kaufen, in den man im Ernstfall noch etwas hineinstopfen kann. Stell Dir vor Du findest auf der Flucht einen Laib Brot in einem evakuierten Haus und Du kannst diesen nicht in Deinen Rucksack packen.

Da selbst die größeren Modelle nicht viel wiegen, rate ich dazu einen größeren Rucksack zu kaufen. Ich empfehle Modelle um die 45 bis 50 Liter. Hier sind die Vorteile eines größeren Rucksacks in Kurzform:

  1. Es passt mehr rein – egal wieviel man anfangs mitnimmt, vielleicht entscheidet man sich auf dem Weg z.B. ein totes Reh welches man gerade erlegt hat mitzunehmen, da lohnt sich ein großer und geräumiger Rucksack wieder.
  2. Mit einem größeren Rucksack tragen sich schwerere Lasten einfacher als mit einem kleinen Rucksack, da das Gewicht besser auf den Rücken und Körper des Trägers verteilt wird.
  3. Man kann immer auch weniger reintun, als effektiv reingeht – das Gewicht ist deshalb kaum schwerer als bei einem kleineren Rucksack wenn man sich für ein hochwertiges Modell entscheidet.

 

Wärme und Erhitzen

fluchtrucksack waerme

  • Solo Stove Spiritusbrenner
  • Semptec Notfall-Zelt und Folien-Schlafsack
  • Zippo Handwärmer | Video
  • Coghland’s Sturm-Streichhölzer | Video
  • Gerber Zündstahl Bear Grylls | Video
  • Zippo Notfall Feuerstarter | Video
  • Teton Ultraleichter Schlafsack

 

Kälte und direkter Kontakt mit den Elementen bringen einen schneller um als alles andere. Sich vor diesen Gefahren bzw. Situationen zu schützen ist deshalb wichtiger als Essen und Trinken. Dein Fluchtrucksack sollte auch dieses Problem adressieren können. Du brauchst definitiv eine oder mehrere Arten von Feuerquellen wie Streichhölzer, Feuerzeuge oder ein Messer mit Feuerstein um Feuer zu machen für das Kochen und Deine Körpertemperatur konstant zu halten.

Feuer machen ist absolut essenziell für das Überleben in der Wildnis – je mehr Feuerquellen Du einpacken kannst in Deinen Fluchtrucksack, desto besser. Auch genügend Zundermaterial wie Watte oder Taschentücher sollte man in jedem Fall dabei haben. Kälte bringt einen sehr schnell um, deshalb noch einmal: Feuer und Wärme sind essenziell für das Überleben.

 

Wasser

fluchtrucksack wasser

Klean Kanteen Alu-Trinkflasche

Life Straw Steel Wasserfilter | Video | Preis prüfen

Sawyer MINI Wasserfilter | Video | Preis prüfen

In einer Extremsituation kannst Du nicht einfach mal schnell an den Wasserhahnen gehen und ein Glas voll trinken. Nach dem Faktor Schlaf und Obdach ist Wasser der nächste wichtige Faktor den es zu bedenken gibt, denn schon drei Tage ohne Wasser sind genug um sich in akute Lebensgefahr zu bringen. In trockenen und kalten Umgebungen recht wahrscheinlich nicht einmal drei Tage sondern weniger.

Und weil Du körperlich sehr viel leisten musst weil Du zu Fuß unterwegs bist dann brauchst Du umso mehr Wasser. Ohne Wasser funktionieren die menschlichen Organe nicht mehr richtig, die mentale Stabilität wird niedriger, man hat weniger Energie und kann sogar Halluzinationen bekommen. Alles keine Probleme die man während einer Krise haben möchte. Diese Dinge sollten unbedingt in Deinem Rucksack sein:

  • 2 Liter Wasser (in Flaschen oder Rucksack-Trinkblase)
  • Wasserfilter
  • Wasserdesinfektionstabletten
  • ggfs. haltbares Nottrinkwasser

Wichtig sind auch die Wasserdesinfektionstabletten. Sie sind winzig klein und entseuchen bakterienhaltiges Wasser. Für einen längeren Aufenthalt wäre natürlich ein kleiner Wasserfilter noch besser. Aber für drei Tage müsste man locker mit den Tabletten hinkommen.

Deshalb sollte man sich schon vorher um gutes Wasser-Survival-Equipment kümmern und sich zum Beispiel einen Wasserfilter zulegen, mit dem man verunreinigtes Wasser in gutes Trinkwasser verwandeln kann. Eine gute Investition stellen auch Wasser-Desinfektions-Tabletten dar, welche die gleiche Funktion wie ein Wasserfilter haben (trinkbares Wasser), jedoch deutlich handlicher und kleiner sind.

Da Du nicht überall auf Deinem Weg neue Wasserquellen finden wirst, brauchst Du auch eine oder mehrere Trinkflaschen um eine Wasservorrat zu haben. Weiters empfehle ich kleine Plastikwasserflaschen einzupacken in welche man zum Beispiel schmutziges Wasser füllen kann um es zu einem späteren Zeitpunkt zu filtern.

Obdach/Schlafplatz

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  1. Grand Canyon Richmond 1 Leichtzelt
  2. DD Hammocks Tarp Outdoor-Plane 
  3. DD Hammocks aufblasbare Isomatte

Den Faktor Zelt bzw. Schlafmöglichkeit unterschätzen viele Leute, die sich einen Fluchtrucksack zusammenstellen. Wer jedoch schon einmal viel Zeit beim Zelten zum Beispiel im Winter verbracht hat, der weiß, was er an einem guten Survival-Zelt hat. Wer schon einmal im freien geschlafen hat, der kennt das bange Gefühl, sich nicht geschützt zu fühlen und jederzeit von außen angegriffen werden zu können. Ein Zelt schafft ein Gefühl von Sicherheit und auch Geborgenheit.

Schlaf ist nicht alles, aber ohne Schlaf ist auf kurze Dauer alles nichts – auch in Extremsituationen oder auf der Flucht muss man (gut) schlafen – besonders in solch anstrengenden Situationen. Sie brauchen nicht unbedingt ein Zelt, viele Leute entscheiden sich bei der Survivalrucksack-Zusammenstellung auch für eine platzsparende Schlaf-Hängematte oder nur eine Luftmatraze – diese Varianten solltest Du jedoch schon im Vornherein testen und prüfen um keine unangenehmen Überraschungen zu machen. Schlaf ist super wichtig, deshalb bitte diesen Aspekt besonders beachten bei der Notfallrucksack-Zusammenstellung.

Essen und Kochen

Wasser und Obdach sind die ersten beiden wichtigen Faktoren, damit Du überlebst in einer Krisensituation. Gleich darauf folgt Nahrung. Klar, man kann bis zu drei Wochen ohne Essen durchkommen, doch wenn man aktiv auf der Flucht ist, dann verbrennt man sogar noch deutlich mehr Kalorien pro Tag als im sonstigen Alltag.

Man ist also schnell an seinen physischen Grenzen angekommen – speziell wenn man den ganzen Tag marschiert oder sich anderweitig körperlich verausgabt. Erst einmal geht es bei der Nahrung die Du in Deinen Fluchtrucksack packst nicht um kulinarische Exzellenz, sondern um Dein Überleben. Wenn Du jedoch haltbares Essen findest, welches sehr energiereich ist und wenig wiegt, dann spricht nichts dagegen auch etwas einzupacken, was Dir schmeckt und was Deinen Spirit oben hält während der Flucht- bzw. Krisenphase. Ich empfehle eine breite Palette von:

  • Energieriegel
  • Eiweißriegel
  • Trockenfleisch
  • BP-5 oder NRG-5 Notnahrung
  • ready-to-eat Survivalnahrung

Manche Harcore-Prepper raten von Trockenfleisch ab, die dieses Salz enthält und den Körper potentiell dehydrieren kann – Trinken muss man aber sowieso und wer sich im Voraus um seinen Wasservorrat gekümmert hat, der kann guten Gewissens Trockenfleisch essen. Für ein wenig Abwechslung könnte z.B. eine kleine Dose Ravioli oder Linsen sorgen. Abschließend rate ich zu einer größeren Ration Traubenzucker, damit der Blutzuckerspiegel oben bleibt und man genügend Energie hat. Eine Ration Vitamine schadet auch nicht.

 

Medizin/Hygiene/Gesundheit

Im Normalfall denkt man nicht viel darüber nach, ob man genug medizinisches Material zu Hause hat im Notfall – denn es gibt ja genug Ärzte, Krankenhäuser und ggfs. Nachbarn wenn es wirklich nötig sein sollte. In der Wildnis bist Du aber völlig auf Dich alleine gestellt und kleine Wunden können bei schlechter Witterung und Schmutz schnell zu einem großen gesundheitlichen Problem werden. Deshalb ist es wichtig, diese schnell und kompetent zu versorgen, um größere Probleme zu vermeiden.

Eine Blutvergiftung kann man sich in der Wildnis schnell einmal einfangen – zudem gibt es viele kleine nette Tierchen, die sich für die menschlichen Blutvorräte interessieren und wie soll ich sagen, gerne mal andocken.

Ein Erste-Hilfe Set gehört in jeden Fluchtrucksack, zudem vielleicht auch Toilettenpapier, Rasier, Anti-Moskito-Spray und Desinfektionsmittel. Eine Zahnbürste kann man auch einpacken, jedoch weiß ich nich wie wichtig Dir Zahnhygiene ist wenn Du mitten in einer Katastrophensituation bist. Da würde ich schon eher Schmerzmittel, Verbandmaterial, Antibiotika und ein Anti-Allergikum einzupacken.

Survival-Kleidung

Kleider machen Leute, das ist bekannt, doch in Notsituationen entscheidet gute Kleidung und Equipment manchmal darüber, ob man durchkommt oder nicht. Am besten Du packst Kleidung in Deinen Survival-Rucksack für alle möglichen Wetterszenarien – vom kalten Regen bis zum heißen Sommertag, dann bist Du auf der sicheren Seite. Ein gutes paar Wanderschuhe sind essential für den Einsatz in wiedrigen Bedingungen – diese trägst Du am besten im Vorfeld schon ein, damit es wenn es hart auf hart kommen sollte, Du Dir keine unnötigen Blasen an den Füßen holst.

fluchtrucksack kleidung

Bei der funktionalen Kleidung solltest Du auf keinen Fall sparen – ein Investment in gute Handschuhe, Socken, Jacke, Hose und Schuhe zahlt sich im Krisenfall aus. Am besten Du hast nicht nur ein Kleidungsstück welches warm gibt, sondern gleich mehrere kleine, die Du kombinieren kannst. Je nach Temperatur und Umgebung lohnt sich auch der Kauf von beheizbaren oder wasserdichten Socken.

Jagen/Fischen

fluchtrucksack fischen

Vielleicht bist Du (noch) kein Jäger oder Fischer, in einer Notsituation wirst Du aber trotzdem davon profitieren, wenn Du Jagd- und Angelsachen mit dabei hast. Spätestens der große Faktor Hunger wird Dich in kürzester Zeit zum Jäger oder Angler machen in der Wildnis.

Es zahlt sich jedoch aus, die Grundlagen des Fischens und Jagen schon vorher zu lernen, zum Beispiel durch die Lektüre eines der vielen Survival-Bücher die man kaufen kann. Alternativ kannst Du auch einen Survival-, Jagd- oder Fischkurs besuchen. Je nach Land und Rechtslage lohnt es sich auch ein Gewehr oder Pistole mit in den Fluchtrucksack zu integrieren – man schläft einfach besser mit einer Glock im Gepäck und zum Jagen kann man das Ding auch noch verwenden.

Zur Jagd auf kleinere Tiere kann man auch eine Steinschleuder verwenden. Beim Jagen und töten von Tieren kommt es weniger auf die Ausrüstung als auf die Skills und Erfahrung an. Du hast ja sowieso noch Trockenfleisch und Energieriegel im Gepäck – es schadet jedoch nicht dass man sich auch anderweitig Nahrung beschaffen kann. Es kann den Unterschied zwischen Leben und Tod machen.

Survival-Werkzeuge

Kein Fluchtrucksack kommt ohne gutes Survival-Werkzeug aus. Speziell bei den Werkzeugen wie Messer und Axt kommt es auf hohe Qualität an, denn wenn man alleine in der Wildnis oder in einem Krisengebiet gestrandet ist und das Messer schlappmacht, dann gute Nacht. Du solltest auf jeden Fall einige Karabinerhaken, Schnur, Messer und ein Multifunktions-Tool einpacken. Zudem lohnt sich auch eine Schaufel, eine Axt und genügend Panzertape.

Hier gilt auch wieder die Maxime, dass man sich Werkzeuge und Objekte aussuchen sollte, die möglichst viel können, jedoch möglichst wenig Platz benötigen. Speziell die Wahl eines guten Überlebensmessers ist essenziell, da dieses so oft wie kein anderer Gegenstand in der Wildnis verwendet wird. Hartgesottene Zeitgenossen entscheiden sich für die Mitnahme einer Machete – dies kann je nach Vegetation und Breitengrad absolut Sinn machen.

Selbstverteidigung

Viele der von mir vorgeschlagenen Survival-Werkzeuge kann man im Notfall auch als Waffe einsetzen – jedoch lohnt es sich auch z.B. eine kleine Handpistole mitzunehmen – falls Du in den USA wohnst sollte dies rechtlich überhaupt kein Problem vorstellen – in Ländern wie Deutschland ist es schon deutlich schwerer eine Waffe zu erwerben bzw. führen zu dürfen. Neben einer Pistole ist ein gutes Überlebensmesser absolute Pflicht für den gut gefüllten Fluchtrucksack – einen großen Überlebensmesser-Vergleich habe ich hier geschrieben.

Je nach Problemstellung und Ziel lohnt es sich auch ein Gewehr mitzuführen – damit kann man auf längere Distanz genauer schießen. Zudem ist es deutlich einfacher ein Jagdgewehr (legal) zu erwerben als eine andere Art von Waffe, zumindest in Deutschland. Ein gutes Gewehr oder Messer kann in toughen Situationen über Leben und Tod entscheiden, deswegen sollte man an diesem Ende auf keinen Fall sparen. Je hochwertiger und widerstandsfähiger desto besser – in keinem anderen Bereich lohnt es sich in gute deutsche Qualität zu investieren.

Manche Prepper packen auch ein Pfefferspray mit in den Fluchtrucksack – je nach Szenario kann das sehr viel Sinn machen – vor allem für den Kriseneinsatz im urbanen Raum. Waffen sind schön und gut, jedoch sollte man auch wissen wie man damit umgeht wenn „the shit hits the fan“. Es schadet daher nicht, vorher ausgiebig mit den Waffen zu trainieren und ggfs. einen Kurs zu besuchen wo einem erfahrene Leute das nötige Fachwissen vermitteln.

Lichtquellen

Wer in einer Großstadt lebt, wo die ganze Nacht über alle Straßenlaternen brennen, der kann sich fast nicht vorstellen wie es ist, sich in völliger Dunkelheit und noch dazu einem Gefahrengebiet zu bewegen. Im Dunkeln warten alle möglichen Gefahren von Tieren bis zu menschlichen Angreifern. Je besser man sich da selbst orientieren kann, desto besser stehen die Chancen durchzukommen. Um wirklich für alles vorbereitet zu sein solltest Du viele verschiedene Arten von Lichtquellen mitführen.

Beispielsweise hilft eine Kopflampe dabei im Dunkeln zu arbeiten und man hat dabei beide Hände frei. Ein Problem stellt dar, dass batteriebetriebene Lichter schnell verbraucht sind – deshalb lohnt sich eine Investition in eine Taschenlampe, die sich z.B. per USB-Anschluss laden lässt – in Kombination mit einer kleinen Solarzelle kann man diese dann beliebig oft wieder aufladen. Alternativ lohnt sich klarerweise auch die Mitnahme von ein paar Rationen Ersatzbatterien. Je kleiner und leichter die Batterien dabei, desto besser.

Kommunikationsgeräte

In Krisensituationen lohnt es sich definitiv informiert zu bleiben über aktuelle Entwicklungen – man denke an die Japaner die während des 2. Weltkriegs auf einer Insel gestrandet waren und erst nach 20 Jahren informiert wurden, dass der Krieg zu Ende ist. Das sollte uns besser nicht passieren. Erfahrene Prepper schwören auf ein solarbetriebenes Radio, mit dem sich auch andere Akkus, wie z.B. der einer Taschenlampe laden lassen.

Weiters lohnt sich eine Not-Trillerpfeife um sich über längere Distanzen bei anderen Leuten bemerkbar zu machen oder diese zu warnen. Nicht zu vergessen ist klarerweise auch ein widerstandsfähiges und stabiles Handy oder vielleicht sogar Tablet – mittlerweile gibt es sogar Survival-Tablets mit denen man locker in der Wildnis arbeiten kann.

Tech-Gadgets

In den letzten Jahren hat sich viel getan im Bereich Survival-Technologie und die Geräte werden immer leistungsfähiger und sogar günstiger. Prepper-Experten diskutieren heftig darüber, was jetzt wirklich wichtig ist und was nicht – jedoch ist mehr oft einfach auch besser – denn man kann sich auf der Flucht im Notfall immer noch von Dingen trennen, wenn sie nicht nicht (mehr) für notwendig erachtet.

Ich empfehle ein GPS-Navigationssystem um sich ordentlich orientieren zu können, zudem schadet ein konventioneller Kompass auch nicht falls das GPS-Gerät mal keinen Akku mehr haben sollte. Je nach gusto könnte sich auch die Mitnahme eines Nachtsichtgerätes, Fernglases oder Wärmebildkamera oder eines Walkie-Talkies eignen.

Damit ist man deutlich sicherer bei Tag und bei Nacht unterwegs in feindlichem Gebiet – mit der Wärmebildkamera kann man entweder jagen oder schauen, ob sich Personen in der Nähe z.B. des Zeltes aufhalten. Viele der modernen taktischen Uhren decken eine Vielzahl von Survival-Funktionen ab – die Casio Rangeman beispielsweise hat einen integrierten Höhenmesser, ein Barometer, einen Kompass und Thermometer – und das alles auf nur ein paar Quadratzentimetern. Manche Prepper sind noch old-school und raten von neuen Gadgets ab. Ich sehe das anders – jedes Tool/Gadget welches mein Überleben ein wenig sicherer macht werde ich auch verwenden. Trotz aller Gadgets darf jedoch auch eine gute alte Print-Karte nicht um Gepäck fehlen, denn jeder Akku kann einmal leer sein und jedes Gadget kaputt gehen.

Diverses

Müllsäcke: Diese sollten in keiner Prepper-Ausrüstung fehlen – mit ihnen kann man sich gegen feuchte Umgebungen schützen (z.B. beim Lager errichten) und zum Beispiel erlegtes Wild transportieren, ohne dass man sich den ganzen Survival-Rucksack blutig macht.

  • Bargeld: Selbst in Krisensituationen kommt man nicht um Geld herum – es steht auf jeder Prepper-Liste ganz weit oben. Der amerikanische Dollar ist immer noch überall auf der Welt ein gern gesehener Gast, und auch Euros werden mit einem großen Lächeln auf der Gesicht der Empfänger begrüßt. In Krisensituation explodieren oft die Preise für Lebensmittel und Benzin – dann bist Du froh wenn Du ein paar tausend Dollar und Euros im Rucksack hast. Je mehr desto besser, wie auch sonst im Leben.
  • Gold, Silber, Diamanten oder Zigaretten: Je mehr verschiedene Tauschmittel man hat, desto besser. Die Nachkriegswirtschaft in Deutschland begann ja mit Zigaretten als Zahlungsmittel.
  • Urban Survival: Für den Einsatz in Städten kann es sich lohnen, eine Gasmaske mit einzupacken

Wo soll ich meinen Fluchtrucksack lagern?

Grundsätzlich solltest Du Deinen Fluchtrucksack an einem kühlen und trockenen Platz lagern. Zudem sollte der Fluchtrucksack nicht tief in einem unzugänglichen Keller lagern, denn wenn es wirklich hart auf hart kommt, dann entscheiden oft Sekunden über Leben und Tod. Dann willst Du Dich nicht mühsam durch den eigenen Keller kämpfen.

Ich rate dazu den Fluchtrucksack unter dem Bett oder in einem Schrank zu lagern – dies sind normalerweise Orte die trocken und leicht zugänglich sind. Wenn Du einen trockenes Kellerabteil hast, dann kannst Du den Rucksack potentiell auch dort lagern – hier ist der Vorteil das im Keller normalerweise ein kühleres Klima herrscht als an den anderen Orten im Haus. Ein ganz wichtiger Hinweis ist folgender: Fasse den Fluchtrucksack nicht an und nehmen nichts heraus.

Ich weiß, es ist verlockend die Taschenlampe aus dem Rucksack zu holen wenn man mal schnell eine braucht – doch dies ist der beste Weg um den Rucksack weniger effektiv zu machen. Denn die Taschenlampe liegt dann gut und gerne mal in einem anderen Raum rum und findet meist den Weg in den Fluchtrucksack nicht mehr zurück. Zudem sind die Batterien dann schon benutzt.

Doppelt gemoppelt hält wirklich besser

Du wirst eventuell einige Objekte in Deinem Fluchtrucksack haben, die beide unter anderem die gleichen Funktionen erfüllen können. Zum Beispiel hast Du eine Machete mit der Du einen kleinen Baum fällen kannst und ein Überlebensmesser, was den gleichen Job auch erfüllt. Das ist aber kein Problem, sonder sogar eine erwünschte Überlappung. Unter Preppern sagt man: „Zwei ist eins und eins ist nichts“, was bedeuten soll dass wenn man ein Ding mit einer Funktion hat, dann schlägt oft Murphys Gesetz zu und das Ding ist kaputt wenn man es benutzen möchte.

Dann ist es besser, wenn man einen Ersatz hat. Wenn immer Du einen Gegenstand bzw. Objekt einfach „aufdoppeln“ kannst, mache es. Wenn Du nur ein einziges Streichholz im Dschungel dabei hast und dieses ist nass, dann stehst Du blöd da. Das Glück ist eben immer auf der Seite der Vorbereiteten. Wie bereits erwähnt sollte wirklich nur immer das nötigste in einen Fluchtrucksack gepackt werden, Du kannst jedoch mit beachten beim packen, dass Du Gegenstände und Werkzeuge packst, die mit wenig Gewicht und Stauraum mehrere Funktionen haben – ein klassisches Beispiel dafür wäre z.B. ein Leatherman-Tool.

Was gehört in einen Fluchtrucksack?

Falls Du noch kein Experte im Fluchtrucksack-Bereich bist dann bist Du sicher auch wie ich am Anfang erschlagen von all den Ratgebern und Tipps zum Thema. Der eine Experte schreibt „pack soviel ein wie möglich von allem“, der andere rät „konzentriere Dich nur auf das Wichtigste“.

Wer schon wie ich ein paar Jahre auf diesem Planeten verbringen durfte der weiß, dass es keine absoluten Wahrheiten gibt. Deshalb möchte ich Dir auf dieser Seite alle Optionen erläutern, somit Du dann gut informiert selbst entscheiden kannst. Denn es ist ja Dein Rucksack und es geht um Dein Überleben im Krisenfall.

Fluchtrucksack packen

Jeder hat andere Ansprüche und Bedürfnisse in punkto Fluchtrucksack. Ein 20-jähriger Großstadt-Single wird seinen Rucksack wohl anders packen als ein auf dem Dorf lebender 40-jähriger Familienvater mit Ehefrau und drei Kindern. Zudem ist es ein Unterschied ob Du im Sommer oder Winter flüchtest.

In der Prepper-Szene ist die „Survival-Rule of three“ bekannt. Diese besagt dass man den folgenden lebensbedrohlichen Szenarien bestmöglich vorbeugen sollte:

  • 3 Stunden ohne Obdach in kalter Umgebung ohne Schutz gegen die Elemente.
  • 3 Tage ohne Wasserzufuhr
  • 3 Wochen ohne Nahrung
  • 3 Minuten ohne Luftzufuhr

Diese Regeln solltest Du auch bei der Zusammenstellung Deines Survival-Equipments im Hinterkopf behalten. Hier sind einige Faktoren über die Du bei der Definition Deiner Fluchtrucksack-Packliste nachdenken solltest:

Fluchtszenario

  • Wie lange erwartest Du das die Krise dauert?
  • Welche Art von Katastrophe/Krise erwartest Du?
  • Hast Du Vorräte auf der Fluchtroute (z.B geheimer Vorrat im Wald)
  • Wie flüchtest Du (zu Fuß, per Motorrad, Auto, Boot, Flugzeug, Schiff etc.?)
  • Hast Du Reserven (z.B. Essen) falls Du Dein Fluchtszenario kurzfristig ändern musst?

Klimaregion/Saison

  • In welcher Klimaregion lebst Du bzw. hältst Du Dich auf?
  • Zu welcher Jahreszeit flüchtest Du?

Bug-Out-Location

  • Ist eine Bug-Out-Location vorhanden? (z.B. Hütte im Wald)
  • Wie lange brauchst Du zur Bug-Out-Location?

Zahl der Fluchtpersonen

  • Flüchtest Du alleine oder mit anderen Leuten?
  • Mit wem flüchtest Du und welche besonderen Bedürfnisse/Einschränkungen (z.B. medizinische Notwendigkeiten) haben diese Leute?
  • Hast Du vor diese Leute mit Fluchtrucksäcken auszustatten?
  • Soll das Equipment/Nahrung/Wasser auf mehrere Personen verteilt werden?

Fitness/Survival-Skills

  • Wie gut bist Du in Form?
  • Wie gut sind Deine Mitflüchtenden in Form?
  • Hast Du Survival-Skills? (z.B. durch Kurse/Seminare)

Falls Du wirklich für alle Szenarien gerüstet sein möchtest, dann empfehle ich Dir die Zusammenstellung von mehreren Rucksäcken für mehrere Fluchtszenarien. Was Du einpackst musst Du nach reiflicher Überlegung selbst entscheiden.

ALLES einpacken vs. WENIG einpacken

Die Prepper-Diskussionen in Internetforen sind mittlerweile oft skuril. Manche raten sogar dazu einen Laptop oder eine Mikrowelle mit auf die Flucht zu nehmen. Im Ernstfall brauchst Du kein frisches paar Socken für jeden Wochentag. Es geht ums nackte Überleben, da ist es schon ok wenn Du für ein paar Tage mal gegen den Wind stinkst.

Das ist meine persönliche Meinung, aber Du darfst und musst selbst entscheiden was Du im Ernstfall dabeihaben willst. Mir ist nur wichtig dass Du Deinen Rucksack auf Dein individuell identifiziertes Bedrohungs- bzw. Fluchtszenario hin ausrichtest. Es macht einen riesen Unterschied ob Du vorhast für eine volle Woche in der Wildnis gerüstet zu sein oder ob Du nur einen kleinen Notfallrucksack für das Auto packen willst.

ALLES einpacken: Vorteile

Wenn Du alles was Du kannst in Deinen Fluchtrucksack einpackst (auf Dein Bedrohungsszenario ausgerichtet), dann bist Du für die verschiedensten Szenarien gerüstet. Ein Messer geht kaputt oder Du verlierst es? Kein Problem, denn Du hast ja noch ein Zweites dabei und ein Multifunktions-Tool.

Sollte etwas auf der Flucht schief gehen (z.B. Flucht dauert länger als geplant), dann hast Du z.B. genug Essensvorräte und musst nicht anfangen in der Wildnis zu fischen oder Tiere zu jagen. Oder Du triffst auf Deiner Flucht auf andere Menschen und Du entscheidest Dich ihnen etwas von Deiner Ausrüstung oder Nahrung abzugeben oder mit ihnen zu Tauschhandel zu betreiben.

Sollte sich auf der Flucht herausstellen, dass Du zu viel für das Fluchtszenario eingepackt hast kannst Du immer noch einfach Gegenstände am Wegesrand zurücklassen.

WENIG einpacken: Vorteile

Meistens merkt man erst dass man zu viel eingepackt hat, wenn die Notsituation bereits eingetroffen ist. Es ist verlockend alles einzupacken was man kann, aber wenn Du schon einmal wie ich bei der Armee mit 35 kg Marschgepäck 50 Kilometer marschiert bist, dann siehst Du das vielleicht ein wenig anders.

Je mehr Gewicht Du auf dem Rücken hast, desto schwerer kommst Du voran und desto mehr Essen und vor allem Wasser brauchst Du. Nicht gut wenn Du vielleicht über längere Zeit damit auskommen solltest. Jedoch ist auch dieses Thema individuell.

Frage Dich: Wie schwer darf Dein Fluchtrucksack maximal sein?

Es macht einen Unterschied ob Du eine Frau bist und 50 kg wiegst oder ob Du zwei Meter groß bist, durchtrainiert und 120 schwer bist. Letzterer kann mit hoher Wahrscheinlichkeit locker einen 40kg-Rucksack auf dem Rücken verkraften. Die zierliche Frau hingegen wohl weniger. Wenn Du also eh groß, stark und schwer bist, kannst Du potentiell auch mehr Gewicht und Zeug in Deinen Rucksack packen.

Sind fertig gefüllte/gepackte Fluchtrucksäcke eine Option?

Mittlerweile kannst Du fertig gepackte Rucksäcke bei mehreren Online-Händlern kaufen. Die Frage nach der Qualität des Rucksacks und des Inhalts stellt sich jedoch. Ein Rundum-Sorglos-Rucksack für unter 200 Euro ist ein guter Start und definitiv besser als kein Fluchtrucksack. Den fertigen Rucksack kannst Du im Nachhinein customizen und an Deine individuellen Bedürfnisse anpassen.

Doch für diesen Preis ist es oft recht unwahrscheinlich, dass es sich um hochwertige Gegenstände handelt. Das ist preislich einfach nicht möglich. Schon ein gutes Überlebensmesser kostet gut und gerne 100 Euro und mehr. Hier sind zwei auf Amazon erwerbliche Ready-To-Go-Fluchtrucksäcke:

Soll ich in hochwertiges Material/Equipment investieren?

Wie lautet ein bekanntes Sprichwort: „Wer viel sparen möchte muss viel ausgeben“. Denn wenn Du z.B. ein minderwertiges aber billiges Messer kaufst und dieses bricht Dir in einer Extremsituation, dann stehst Du auf gut Deutsch gesagt „blöd da“.

Einige der Artikel/Equipment welche ich Dir weiter unten in diesem Artikel vorstelle sind eher teuer als billig. Dies ist kein Zufall. Denn wenn es wirklich zu einer Katastrophe kommen sollte, dann möchtest Du sicher kein Messer, dessen Klinge nach kurzer Zeit unscharf ist oder im schlimmsten Fall sogar bricht. Wenn Dein Überleben von der Ausrüstung abhängt, dann brauchst Du das beste Material was Du bekommen kannst. Klar musst Du dafür ein wenig tiefer in die Tasche greifen, aber es lohnt sich.

Kann ich gebrauchtes Equipment kaufen?

Bevor billige und qualitativ minderwertige Ausrüstung kaufst, könntest Du über den Kauf von gebrauchtem Equipment nachdenken. Ein hochwertiger Überlebensrucksack oder Überlebensmesser sind auch nach Jahren im Einsatz noch gut in Schuss und können ohne größeres Nachdenken z.B. auf ebay.de gekauft werden.

Falls gebrauchtes Equipment keine Option für Dich ist, empfehle ich dass Du Dir den Rucksack nach und nach zusammenstellt und z.B. jeden Monat einen neuen hochwertigen Gegenstand kaufst.

Im Folgenden stelle ich Dir die wichtigsten Produktkategorien für Deinen Fluchtrucksack vor. Es geht los mit einem ganz wichtigen Thema. Dem Rucksack:

Wie Du Deinen Fluchtrucksack am besten packst

Dein Fluchtrucksack sollte immer fertig gepackt und sofort einsatzbereit sein, denn das ist ja die große Idee die hinter dem Konzept eines Fluchtrucksacks. Der Rucksack sollte regelmäßig überprüft werden, ob noch alles drin ist (falls Du Kinder zuhause hast) und ob noch alle Gegenstände verwendbar sind (Essen schon abgelaufen?). Es lohnt sich auch den Rucksack einfach mal umzuschnallen und eine kleine Tour damit zu laufen – so kannst Du abchecken, ob er nicht zu schwer ist und sich komfortabel tragen lässt.

Es lohnt sich auch, den Survival-Rucksack von Zeit zu Zeit zu entleeren und sich mit der Survival-Ausrüstung noch vertrauter zu machen. Je besser Du Dich mit dem Fluchtrucksack und seinem Inhalt auskennst, desto schneller und sicherer verhältst Du Dich damit in einem Krisenfall. Mehr Infos zum Survival generell und zum packen eines Fluchtrucksacks bzw. Survival-Rucksacks findest Du auch in diesen Büchern.

Du solltest die schwereren Gegenstände weiter unten im Rucksack und in der Nähe Deines Rückens aufbewahren und die leichteren Gegenstände weiter oben – somit ist der Schwerpunkt ideal gelagert und der Rucksack trägt sich stabiler. In dem Buch „Build the perfect bug out bag“ empfiehlt der Survival-Experte Creek Stewart den Inhalt seines Fluchtrucksackes in drei Kategorien zu unterteilen:

  1. Nicht überlebenswichtig
  2. Wichtig
  3. Überlebenswichtig

Die nicht überlebenswichtigen Gegenstände (1) sollten zuerst in den Rucksack eingepackt werden. Hier handelt es sich zum Beispiel um Gegenstände wie:

  • Extra-Kleidung
  • Bettsachen
  • Hygieneartikel (Desinfektionsmittel, etc.)

Die wichtigen Gegenstände (2) folgen gleich darauf und umfassen unter anderem:

  • Zelt und Lagerbedarf
  • Wasser
  • Essen/Nahrung
  • Feuer-Untensilien (Streichhölzer, etc)

Die überlebenswichtigen Gegenstände (3) sind Objekte, die man sofort griffbereit haben muss in gefährlichen Situationen, diese umfassen:

  • Radio, Walkie-Talkie oder Trillerpfeife
  • Selbstverteidigungs-Objekte (Pistole, Messer, etc.)
  • Taschenlampe
  • Witterungsfeste Oberbekleidung (z.B. Regenponcho)